Eine desolate Vorstellung über 40 Minuten zeigte der TEV Miesbach am Freitagabend im Derby gegen den EHC Klostersee, was in einem verdienten 1:6 nach zwei Dritteln gipfelte und die sportliche Krise beim TEV weiter verschärft. Auch wenn man im letzten Drittel nochmals Moral zeigte und auf 5:8 verkürzen konnte, erinnerte das Auftreten stark an die letzte deutliche Heimniederlage gegen Peißenberg.
Beim TEV kehrte nach fünfwöchiger Verletzungspause Matej Pekr zurück und was über weite Strecken der einzige Lichtblick war, denn der 37-jährige Angreifer stach trotz langer Verletzungspause durch Kampf und Willen hervor und erzielte bei seinem Comeback drei Treffer.
Von Beginn an sahen die rund 800 Zuschauer im Miesbacher Eisstadion eine klar überlegene Gästemannschaft, die mit viel Kampfgeist und Leidenschaft den TEV im ersten Drittel phasenweise an die Wand spielte, denn der TEV ließ eben jene Tugenden, welche man in der aktuell so starken Bayernliga über die komplette Spielzeit braucht, von Beginn vermissen. Die Grafinger nutzten sie Fehler des TEV eiskalt aus und führten nach rund einer Viertelstunde, dann bereits verdient mit 0:3. Lukas Krämmer, Luka Kauppila und Alexandre Gagnon markierten die Treffer. Wie aus dem Nichts gelang dem TEV dann allerdings eine Sekunde vor der Pause der Anschlusstreffer als Matej Pekr vor dem Tor abstaubte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dusan Frosch bereits den Torhüter gewechselt und Philip Lehr übernahm für den Timon Ewert, der sichtlich von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde.
Der TEV kam mit einem anderen Gesicht aus der Pause und drängte zunächst auf den Anschlusstreffer, doch mitten in diese Drangphase gab es den nächsten Rückfall, als Benedikt Pölt eine 5+Spieldauerstrafe für einen überharten Check kassierte. In der folgenden Überzahl erhöhte Grafing durch Tore von Julian Dengl und Kelvin Walz auf 1:5 und als Luka Kauppila in der 37.Minute das 1:6 erzielte, schien die Partie endgültig entschieden.
Der TEV bäumte sich im letzten Drittel noch einmal auf und kam durch zwei Treffer von Matej Pekr und ein Tor von Michael Grabmaier rund vier Minuten vor dem Ende nochmals auf 4:6 heran, doch Grafing erzielte postwendend das 4:7 ins leere TEV Tor und selbst als Felix Feuerreiter kurz darauf nochmal die Antwort fand und einen Schuss von Matej Pekr entscheidend abfälschte, womit abermals der Anschluss gelang, so war es kurz darauf Florian Gaschke der die Partie mit einem weiteren Empty Net Tor zum 5:8 entschied.
Durch die vierte Heimniederlage in Folge rutscht die Tabelle der Bayernliga noch enger zusammen und der TEV hat nun mehr nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Platz 7 und reist am Sonntag zum ESC Kempten, wo man auf ein weiteres Team der Top 6 trifft.
