Der TEV Miesbach hat im dritten Spiel der Best-of-Seven-Serie beim ERV Schweinfurt eine denkbar knappe 1:2-Niederlage hinnehmen müssen. Vor 1.347 Zuschauern – darunter rund 60 lautstarke Anhänger aus Miesbach – entwickelte sich eine intensive, taktisch geprägte Playoff-Partie mit wenigen, aber entscheidenden Momenten. In der Serie liegen die Unterfranken nun mit 2:1 vorne.
Diszipliniertes erstes Drittel
Von Beginn an war die Bedeutung der Partie spürbar. Beide Mannschaften agierten aus einer kompakten Defensive heraus und vermieden unnötige Risiken. Die Abwehrreihen um Benedikt Dietrich, Stefan Kuhn und Henry Sihling auf Miesbacher Seite standen eng am Mann, blockten mehrere Schussversuche und hielten die Gastgeber weitgehend aus der gefährlichen Zone fern.
Timon Ewert im Tor des TEV strahlte Ruhe aus und entschärfte die wenigen Abschlüsse der Schweinfurter sicher. Auf der Gegenseite prüften unter anderem Michael Grabmaier und Aziz Ehliz ERV-Schlussmann Leon Pöhlmann, zwingende Großchancen blieben jedoch zunächst aus. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die erste Pause.
Asselin bringt Miesbach in Front – Schweinfurt antwortet
Im zweiten Drittel nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Der TEV erhöhte den Druck und wurde in der 24. Minute belohnt: Patrick Asselin traf nach präzisem Zuspiel von Henry Sihling und Daniel Merl zur 1:0-Führung (23:21). Der Treffer resultierte aus konsequenter Scheibenarbeit hinter dem Tor und schnellem Umschalten vor das Gehäuse.
Die Führung verlieh den Gästen Sicherheit, doch Schweinfurt reagierte energisch. Nach einer Phase mit viel Tempo und intensiv geführten Zweikämpfen gelang Konstantin Melnikow in der 29. Minute der Ausgleich (28:17). Alexander Asmus und Josef Dana hatten die Situation vorbereitet, Melnikow nutzte den freien Raum vor dem Tor konsequent aus.
Kurz zuvor hatte der TEV die erste Unterzahlsituation überstehen müssen, nachdem Stefan Kuhn wegen Bandenchecks auf die Strafbank musste (26:15). Auch eine weitereFünf-Minuten-Strafe gegen Michael Grabmaier (28:57, unkorrekter Körperangriff) überstand Miesbach ohne Gegentor. Insgesamt präsentierte sich das Penalty Killing aufmerksam und konsequent.
Intensives Schlussdrittel mit spätem Nackenschlag
Im Schlussabschnitt wogte das Spiel hin und her. Beide Teams suchten die Entscheidung, ohne die defensive Ordnung zu vernachlässigen. Chancen ergaben sich vor allem aus schnellen Umschaltsituationen. Miesbach versuchte es mehrfach aus der Distanz, während Schweinfurt verstärkt den Weg vor das Tor suchte.
In Überzahl konnten beide Mannschaften keine Akzente setzen. Der TEV erhielt zwei Powerplay-Gelegenheiten – unter anderem nach einer Haken-Strafe gegen Lucas Kleider (35:18) sowie einem Stock-Check von Dzerods Alksnis (52:03) – blieb jedoch ohne Torerfolg. Umgekehrt ließ auch Miesbachs Unterzahlformation bei insgesamt drei Unterzahlsituationen kein Gegentor zu. Beide Special Teams arbeiteten mit 100 Prozent Erfolgsquote im Penalty Killing.
Als vieles bereits auf eine Verlängerung hindeutete, fiel in der 57. Minute die Entscheidung: Alexander Asmus traf zum 2:1 für die Gastgeber (56:32). Nach Vorarbeit von Melnikow und Kristers Donins kam Asmus im Slot frei zum Abschluss und ließ Ewert keine Abwehrchance.
In der Schlussphase drängte der TEV noch einmal auf den Ausgleich, brachte zusätzliche Scheiben zum Tor und suchte den Verkehr vor Pöhlmann. Doch die Defensive der Schweinfurter verteidigte konsequent bis zur Schlusssirene.
Spiel vier am Sonntag in Miesbach
Mit der Niederlage gerät der TEV in der Serie ins Hintertreffen. Spiel vier findet am Sonntag um 18 Uhr in Miesbach statt. Dort will die Mannschaft vor eigenem Publikum die Antwort geben und den Ausgleich in der Serie erzwingen.
